Autor Thema: Was versteht man unter der gesetzlichen Buchführungspflicht? Stand: 2017  (Gelesen 405 mal)

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Was versteht man unter der gesetzlichen Buchführungspflicht? Stand: 2017
« am: September 16, 2016, 09:30:42 Vormittag »
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=78DPGpG6Zcg" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=78DPGpG6Zcg</a>

Frau Mag. Sigrid Neustifter erklärt in dieser Videoeinheit die gestezliche Buchführungspflicht. Auf http://forum.asasonline.com finden Sie weitere nützliche BWL-Wikis zu Themen die Sie interessieren könnten.

Wenn Sie Unternehmer sind, sind Sie dazu verpflichtet, Ihre Geschäftstätigkeit in Büchern zu dokumentieren.
Ein Unternehmen ist jede auf Dauer angelegte Organisation selbständiger wirtschaftlicher Tätigkeit, auch wenn diese nicht auf Gewinn ausgerichtet ist (§ 1 Abs. 2 UGB).

- Unternehmensrecht: § 189 UGB
- Steuerrecht: vor allem im BAO, EStG, AktG, UStG
- Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung (GoB)

Buchführungspflicht nach § 189 UGB: Unternehmensformen, für die die unternehmensrechtliche Pflicht - die sogenannte Rechnungspflicht - besteht, müssen ihre Bücher nach den Vorschriften der doppelten Buchhaltung (Doppik) führen.

Rechnungslegungspflicht:
- Personengesellschaften, bei denen alle (un)mittelbaren Gesellschafter mit ansonsten unbeschränkter Haftung tatsächlich nur beschränkt haften, weil sie Kapitalgesellschaften oder vergleichbare ausländische Gesellschaften sind, unterliegen unabhängig von einer unternehmerischen Tätigkeit der Rechnungslegungspflicht. - unabhängig von Größe und Tätigkeit.
- Unternehmerisch tätige Personengesellschaften ohne natürliche Person als unbeschränkt haftende/r Gesellschafter/in. - unabhängig von Größe.
- Alle anderen Unternehmen - also Personengesellschaften und Einzelunternehmen - müssen die Vorschriften der doppelten BH einhalten, wenn die Umsatzerlöse im Bilanzjahr 700.000 € überschreiten.

Nicht Rechnungsle3gungspflichtig nach § 189 UGB sind:
- Personengesellschaften und Einzelunternehmer unter der genannten Umsatzschwelle.
- Land- und Forstwirte,
- Angehörige der freien Berufe (z.B.: Rechtsanwälte, Ärzte, Notare, Künstler, Schriftsteller)

Nach dem Steuerrecht:
- Bücher sind im Sinne des Steuerrechtes zu führen, um die Abgaben von Einkommen erheben zu können.
- § 124 BAO besagt, dass grundsätzlich alle Unternehmen, die nach dem UGB verpflichtet sind, eine doppelte BH zu führen, auch nach dem Steuerrecht dazu verpflichtet sind.
- § 125 BAO, Land- und Forstwirte sind verpflichtet, eine doppelte BH zu führen, wenn sie bestimmte Buchführungsgrenzen überschreiten
- entweder, wenn sie in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren mehr als 55.000 € Umsatz erwirtschaften,
- oder wenn der Betrieb zum ersten Jänner eines Jahres den Wert von 150.000 € überstiegen hat.
- Unternehmen, die weder nach § 189 UGB verpflichtet sind, noch die soeben genannten Buchführungsgrenzen überschreiten, können freiwillig die doppelte BH durchführen.
- Alle anderen Unternehmen, die weder nach § 189 UGB verpflichtet sind, und auch keine freiwillige doppelte BH führen, sind nach § 126 BAO dazu verpflichtet, eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung durchzuführen.

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung:
- Betriebseinnahmen und -ausgaben,
- Wareneingangsbuch,
- Kassabuch,
- Anlagenverzeichnis.
Unternehmen, die zur Einnahmen-Ausgaben-Rechnung verpflichtet sind, dürfen eine vereinfachte Einnahmen-Ausgaben-Rechnung vornehmen, die sogenannte steuerliche Pauschalierung (§ 17 EStG), wenn die Umsätze nicht mehr als 220.000 € betragen.
« Letzte Änderung: April 19, 2017, 08:24:30 Vormittag von ASAS »